Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung einer COPD besteht darin, Verschlechterungen vorzubeugen. Diese schubartigen Verschlechterungen der Krankheitssymptome werden Exazerbationen genannt. Ihre Häufigkeit und Schwere sind Faktoren, um den Schweregrad einer COPD zu ermitteln. Ein wesentliches Ziel der COPD-Therapie ist es, Exazerbationen möglichst zu verhindern.

Definition einer COPD-Exazerbation

Eine COPD-Exazerbation ist eine akute, mindestens zwei Tage anhaltende Verschlechterung von Krankheitssymptomen, die die Atmung betreffen: Atemnot, Husten und Auswurf. Der Grund dafür  sind Verengungen der Atemwege.1

Die Verschlechterung des Allgemeinzustands des Patienten erfordert häufig eine Intensivierung der Behandlung. Dies wird in der Regel durch Anpassung der Medikamente, bspw. Erhöhung der Bedarfsmedikation oder der Gabe von Antibiotika erreicht.

Schweregrade von COPD-Exazerbationen

Bei einer COPD werden Exazerbationen in unterschiedliche Schweregrade unterteilt. Diese müssen nicht mit dem allgemeinen Schweregrad der Krankheit übereinstimmen. Ein Patient mit einer leichten COPD kann also eine schwere Exazerbation haben und umgekehrt. Der Schweregrad einer Exazerbation wird anhand der erforderlichen Behandlung eingestuft:

  • Leichte Exazerbation: Der Patient führt eine Behandlung mit seiner Bedarfsmedikation durch, ohne zum Arzt zu gehen.
  • Mittelschwere Exazerbation: Der behandelnde Arzt verschreibt zusätzliche Medikamente, z.B. Kortison oder ein Antibiotikum.
  • Schwere Exazerbation: Es ist eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich. Das ist vor allem dann der Fall, wenn Atemnot zunimmt und sich dadurch der Allgemeinzustand des Patienten deutlich und schnell verschlechtert.
  • Sehr schwere Exazerbation: Die Behandlung erfolgt stationär auf einer Intensivstation. Das ist in der Regel dann notwendig, wenn starke Atemnot einen anhaltenden Sauerstoffmangel im Blut verursacht. Es kann zu Kreislaufversagen kommen.1, 2

Symptome von COPD-Exazerbationen

Die Verschlechterungen treten häufig in Erkältungszeiten auf, da sie oft durch Infektionen ausgelöst werden. Gerade leichte Exazerbationen werden daher oft als herkömmliche Erkältung abgetan, die Betroffenen konsultieren nicht ihren Arzt.

COPD-Patienten sollten unbedingt ihren Arzt aufsuchen, wenn:

  • die Atemnot zunimmt
  • sie öfter husten müssen
  • mehr Auswurf als sonst auftritt
  • der Auswurf eine andere Färbung aufweist (gelblich oder grünlich)
  • Beklemmungsgefühle im Brustraum empfunden werden
  • sie Fieber haben.

Durch die richtige Behandlung von Exazerbationen wird der Verlauf der Krankheit positiv beeinflusst und das körperliche Befinden des Patienten verbessert.

Quellen

1. Vogelmeier C et al.: S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD), 2018. http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/020-006l_S2k_COPD_chronisch-obstruktive-Lungenerkrankung_2018-01.pdf. Zugriff am 08.07.2019.

2. Globale Initiative für Chronische-obstruktive Lungenkrankheiten: Diagnose, Management und Prävention von COPD Pocket-Leitfaden – Ein Leitfaden für medizinische Fachpersonen Bericht 2017, abrufbar unter: http://goldcopd.org/wp-content/uploads/2016/04/wms-GOLD-2017-German-Pocket-Guide.pdf. Zugriff am 08.07.2019.

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