COPD: Bei Frauen besteht ein höheres Risiko

Laut Studien ist für Frauen die Gefahr, an COPD zu erkranken, größer als für Männer. Das liegt zum einen an anatomischen Unterschieden, zusätzlich aber auch an verspäteten Diagnosen bei Frauen.

Erhöhtes Risiko für Frauen

Das erhöhte Risiko für COPD bei Frauen wurde besonders bei älteren Raucherinnen festgestellt. So sind im Alter von 70 Jahren viermal mehr Raucherinnen als Raucher von COPD betroffen.1 Laut einer britischen Studie sterben in England fast genauso viele Frauen an COPD wie an Brustkrebs.2 Gleichzeitig wird COPD bei Frauen häufig zu spät diagnostiziert, was zu schlechteren Therapieaussichten führt.

Der Grund für das höhere COPD-Risiko bei Frauen hängt laut Ärzten mit der Anatomie zusammen: Bei der Frau sind die Atemwege kleiner als beim Mann. Während Frauen ein durchschnittliches Lungenvolumen von 4,5 bis 5,0 Litern haben, liegt dieses bei Männern bei rund 6,5 bis 7,0 Litern.3 Besonders die engeren Atemwege sind anfälliger für eine zunehmende Verengung in Folge von Entzündungsprozessen.

Keine geschlechterspezifische Behandlung einer COPD bei Frauen

Genderunterschiede sind in Medikamentenstudien zur COPD-Therapie bislang kaum berücksichtigt worden.4 Trotz des höheren Risikos wird somit bei Frauen keine andere Behandlung empfohlen, sondern es sind die gleichen Therapiemaßnahmen wie bei männlichen Patienten anzuwenden. Genau wie für Männer wird ein Rauchstopp dringend angeraten, um die Krankheit vorzubeugen beziehungsweise die Symptome zu lindern.

Laut Untersuchungen wird COPD bei Frauen seltener und oft verspätet diagnostiziert.5  Daher wird oftmals erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium mit der Behandlung begonnen. Es ist dann schwieriger, die Symptome zu lindern und Verschlechterungen vorzubeugen. Das führt auch dazu, dass Frauen mit COPD häufiger an Depressionen leiden.6
Aus diesen Gründen ist es besonders wichtig, den Arzt bei gesundheitlichen Beschwerden frühzeitig aufzusuchen.

Hier können Sie oder Ihre Angehörigen unseren kostenlosen Flyer herunterladen oder bestellen. Er ist hilfreich beim Arztgespräch, wenn trotz COPD-Therapie weiterhin unter den Symptomen leiden oder sich diese verstärken. Schildern Sie Ihrem Arzt Ihre Beschwerden können dem behandelnden Arzt mithilfe des Flyers geschildert werden. Unter Umständen ist eine Anpassung Ihrer Therapie notwendig.

Quellen

1. Burden of Obstructive Lung Disease Initiative (BOLD) Study. http://www.boldstudy.org. Zugriff am 9.2.2018.

2. British Lung Foundation: Chronic obstructive pulmonary disease (COPD) statistics. https://statistics.blf.org.uk/copd, Zugriff am 9.2.2018.

3. Die Atmung der Frau. In Sportmedial: http://vmrz0100.vm.ruhr-uni-bochum.de/spomedial/content/e866/e2442/e9012/e9017/e9295/e9327/index_ger.html. Zugriff am 5.4.2018

4. Varkey AB. (2004) Chronic obstructive pulmonary disease in women: exploring gender differences. Curr Opin Pulm Med;10:98-103.

5. Koper, I.: Genderaspekte obstruktiver Atemwegserkrankungen. In: Pneumologie 2015; 69(06): 345-349 DOI: 10.1055/s-0034-1391842.

6. Laurin C et al.(2007) Sex differences in the prevalence of psychiatric disorders and psychological distress in patients with COPD. Chest;132:148-155.