Atemnot und Husten gehören neben Auswurf zu den sogenannten AHA-Symptomen einer COPD. Sie sind Zeichen einer chronischen Bronchitis, die immer mit der Lungenkrankheit zusammenhängen. Vermutlich liegt eine Bronchitis einer COPD zu Grunde. Diese andauernde Entzündungsreaktion bewirkt Veränderungen, die zu einer bleibenden Verengung (Obstruktion) der Bronchien führen. In der Folge treten bei einer COPD Husten und Auswurf immer stärker auf.

Wenn Bronchitis chronisch wird

Eine Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchien, also der Atemwege in der Lunge. Die kleinen Flimmerhärchen der Atemwegsschleimhaut, die für den Abtransport von überschüssigem Schleim und Fremdstoffen verantwortlich sind, werden durch die Entzündung geschädigt. Dadurch ist das Selbstreinigungssystem der Lunge gestört. Als COPD-Patient muss man abhusten. Die chronische Bronchitis ist gemäß Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert als das Vorhandensein von Husten und Auswurf über mindestens drei Monate in zwei aufeinanderfolgenden Jahren.1

Was ist COPD?-Dr. Wimmer erklärt es! (Teil 1)

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Warum bei einer COPD Husten und Auswurf auftreten

Husten muss der Mensch bei Erkältungen oder wenn Reizstoffe in die Atemwege gelangen, auch Auswurf tritt bei vielen Erkältungen vorübergehend auf. Doch was genau verbirgt sich dahinter?

Husten ist ein natürlicher Reflex, mit dem der Körper versucht, Keime und Fremdstoffe aus den Atemwegen zu befördern. Der Hustenreflex wird vom Gehirn ausgelöst, wenn Fremdstoffe im Schleim erkannt werden.

Den Hustenstoß bewirken die Atemmuskulatur, vor allem das Zwerchfell, und ein druckabhängiger Öffnungsmechanismus am Kehlkopf. Husten lässt sich leicht bewusst auslösen, aber nur schwer unterdrücken. COPD-Erkrankte mit wachsendem Hustenreiz husten häufiger als nötig, bei COPD wird Husten zur Angewohnheit.

COPD erkennen Husten
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Husten reinigt die Bronchien, indem er das Sekret auf den Schleimhäuten stoßweise aus den Atemwegen befördert. Gleichzeitig wedeln die Flimmerhärchen das Sekret in Richtung Kehlkopf und unterstützen so den Reinigungsvorgang.

Wenn das Sekret nicht zu viel oder zähflüssig  ist, muss die Reinigung durch die Flimmerhärchen nur gelegentlich durch einen Hustenstoß unterstützt werden. Bei COPD ist dies allerdings nicht der Fall. Rauchen kann die Flimmerhärchen zusätzlich schädigen und es bildet sich  dadurch mehr Schleim. Die Reinigung der Bronchien muss häufiger erfolgen und funktioniert hauptsächlich per Husten.

Dabei kann sich bei einer COPD Husten zu körperlicher Schwerstarbeit entwickeln. Bereits geschwächte Menschen sind schneller erschöpft. Schwerer krampfartiger Husten führt unter Umständen zu Atemstillstand, Erbrechen oder gar zu Bewusstlosigkeit .2 

Auswurf: Der medizinische Fachbegriff ist Sputum. Dieses schleimige Sekret entsteht durch verschiedene Vorgänge in den Bronchialschleimhäuten, durch die sich die Schleimhäute permanent erneuern. Der Auswurf wird von den Flimmerhärchen der Bronchien in Richtung Rachen befördert, wo er sich mit dem Speichel vermengt. Bei einem gesunden Menschen ist Sputum aufgrund der geringen Mengen nicht weiter auffällig. Das ändert sich, wenn der Auswurf infolge von Erkrankungen zunimmt und sich in Farbe und Konsistenz ändert.

COPD erkennen Husten
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Grundsätzlich gilt: Die Farbe des Schleims kann Hinweise auf eine bestimmte Ursache geben. Neben dieser Interpretation sind aber weitere Untersuchungen für eine eindeutige Diagnose notwendig.

Ein akuter Infekt der Atemwege, der durch Erkältungsviren ausgelöst wurde, geht häufig mit klarem bis weißlichem Auswurf einher. Gelber, aber noch mehr grüner Auswurf deutet auf Eiterbildung in den Bronchien hin, die symptomatisch für einen bakteriellen Infekt ist. Allerdings ist gelber oder auch grünlicher Schleim kein eindeutiger Hinweis auf eine bakterielle Infektion. Ursache kann ebenso ein viraler Infekt oder eine asthmatische Grunderkrankung sein.

Wenn Sie oder Ihre Angehörigen bereits wegen einer COPD in Behandlung sind und feststellen, dass sich ihre Symptome verändert haben, sollte unbedingt das Arztgespräch aufgesucht werden. Die kostenlosen Infomaterialien, die hier heruntergeladen werden können, bieten eine gute Vorbereitung auf das Gespräch und vermitteln wichtiges Wissen rund um das Thema COPD.

Quellen

1. Vogelmeier C et al.: S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD), 2018. http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/020-006l_S2k_COPD_chronisch-obstruktive-Lungenerkrankung_2018-01.pdf. Zugriff am 08.07.2019.

2. Husten - Ursachen, Rat & Hilfe, in: Apotheken Umschau. https://www.apotheken-umschau.de/Husten. Zugriff am 08.07.2019.

 

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