Der Verlauf einer COPD wird nach Rauchstopp verlangsamt

Die chronisch-obstruktive Lungenkrankheit (Chronic Obstructive Pulmonary Disease, kurz COPD) ist fortschreitende Krankheit. Das Risiko von akuten Verschlechterungen (Exazerbationen) ist bei einer COPD nach einem Rauchstopp deutlich verringert.

 

Rauchstopp ist entscheidender Teil der COPD-Behandlung

In Deutschland leiden rund 6,8 Millionen Menschen an COPD.1 80 bis 90 % von ihnen sind oder waren Raucher.2 Tabakkonsum ist der größte Risikofaktor und die weltweit häufigste Ursache für eine COPD.3 Nach einem Rauchstopp erhöhen sich die Chancen, den fortschreitenden Verlauf der COPD positiv zu beeinflussen.4

 

Patienten, die mit dem Rauchen aufhören wollen, können sich dabei von medizinischem Fachpersonal mit einem fünfstufigen Interventionsprogramm unterstützen lassen. Die Experten stützen ihre Beratung auf folgende Bereiche:

  • Befragen: Das Rauchverhalten sollte bei jedem Termin dokumentiert werden.
  • Anraten: Dem Patienten sollte in klarer Ansprache und mit nützlichen Hinweisen geraten werden, mit dem Rauchen aufzuhören.
  • Beurteilen: Der Patient sollte regelmäßig dazu motiviert werden, mit dem Rauchen aufzuhören.
  • Unterstützen: Praktische Beratung, soziale Unterstützung innerhalb und außerhalb der Behandlung sowie die Empfehlung zugelassener Pharmatherapien und Nikotinersatz.
  • Nachbetreuung: Termine für eine Nachbetreuung und nachhaltigem Rauchstopp sollten vereinbart werden.3

Pflaster, Kaugummis und Nasensprays mit Nikotinzusatz können die Rauchentwöhnung unterstützen. Durch sie nimmt der Körper über die Haut beziehungsweise die Mund- und Nasenschleimhäute Nikotin auf – und zwar kontinuierlich. Die schlagartige Versorgung des Körpers mit Nikotin, die beim Rauchen erfolgt, fällt weg. Das kann das Verlangen nach einer Zigarette verringern. Gleichzeitig nimmt der Körper nicht die Schadstoffe auf, die beim Verbrennen von Tabak entstehen.4 Aus medizinischer Sicht ist der Komplettverzicht auf Zigaretten das wichtigste Ziel.

Wenn Sie oder ein Angehöriger an COPD erkrankt sind und Probleme haben, mit dem Rauchen aufzuhören, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Zur Vorbereitung auf das Arztgespräch kann hier ein kostenloser Flyer heruntergeladen werden.

Weitere vorbeugende Maßnahmen

Zur Vorbeugung gegen die Verschlechterung einer COPD ist es nach dem Rauchstopp auch wichtig, Schadstoffbelastungen in der Luft zu meiden. Solche Belastungen können an Hauptverkehrsstraßen, nahe Industrieanlagen und an bestimmten Arbeitsplätzen besonders stark sein.

Neben dem Rauchen ist es grundsätzlich wichtig, das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten. Deshalb werden bei COPD-Patienten Schutzimpfungen gegen Grippe und Pneumokokken angeraten.5 Denn jede Infektion könnte zu einer Exazerbation und damit zu einem Fortschreiten der Erkrankung führen.

Quellen

1. Lungeninformationsdienst: Wie verbreitet ist COPD? https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/copd/verbreitung/index.html. Zugriff am 12. April 2018.

2. Lungeninformationsdienst: Risikofaktoren. https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/copd/risikofaktoren/index.html.  Zugriff am 12. April 2018.

3. GOLD Globale Initiative für Chronisch-obstruktive Lungenkrankheiten: Diagnose, Management und Prävention von COPD – Pocket-Leitfaden 2017. http://goldcopd.org/wp-content/uploads/2016/04/wms-GOLD-2017-German-Pocket-Guide.pdf. Zugriff am 9. Februar 2018.

4. Vogelmeier C et al.: S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD), 2018. http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/020-006l_S2k_COPD_chronisch-obstruktive-Lungenerkrankung_2018-01.pdf. Zugriff am 15. Februar 2018.

5. Epidemiologisches Bulletin des RKI 34/2017. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2017/Ausgaben/34_17.pdf?__blob=publicationFile. Zugriff am 9. Februar 2018.