Den Verlauf der COPD durch Ernährung beeinflussen

Ein wesentlicher Punkt bei der Behandlung der COPD ist die positive Beeinflussung des Verlaufs. Deshalb spielt bei einer COPD die Ernährung eine große Rolle.

Die richtige Ernährung bei COPD

COPD-Patienten, die sich falsch ernähren, leiden häufig unter Über- oder Untergewicht.1 Eine unausgewogene Ernährung beeinträchtigt auch die Lungenfunktion, da die Abwehrkräfte der Lunge geschwächt werden: Die körpereigene Abwehr, die eingedrungene Fremdstoffe zerstören, ist weniger aktiv.

Übergewicht kann Atemprobleme verstärken, da das Herz-Kreislauf-System und der Lungenkreislauf mehr Arbeit leisten müssen. Ein zu hohes Körpergewicht erhöht zudem das Risiko für Begleiterkrankungen wie Diabetes, Herzerkrankungen und Bluthochdruck.2

Häufig leiden COPD-Patienten allerdings unter Gewichtsverlust, als Folge der erhöhten Atmungsarbeit und der geringeren Kalorienaufnahme der Patienten. Der Gewichtsverlust führt wiederum zu Muskelabbau und so zu einer Schwächung der Atemmuskulatur. Daher sollte mit einer COPD bei der Ernährung auf eine ausreichende Kalorienaufnahme geachtet werden.

Für die Produktion von dünnflüssigem, leichter abhustbarem Schleim ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Allerdings kann zu viel Flüssigkeit den Druck in den Blutgefäßen erhöhen. Die optimale tägliche Getränkemenge (Wasser, kalorienarme Getränke wie ungesüßter Tee, verdünnte Fruchtsäfte) sollte mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden. Auch sie spielt bei COPD als Teil der Ernährung eine große Rolle.

 

Lebensmittel mit vielen Kohlenhydraten lassen sich schnell in Energie umwandeln. Dazu gehören verschiedene Getreidesorten (zum Beispiel enthalten in Brot, Müsli und Pasta). Vollwertige Produkte sind hier vorzuziehen, weil sie mehr wertvolle Nährstoffe enthalten. Gemüse sollte zu jeder Mahlzeit dazugehören, Obst bietet sich als Zwischenmahlzeit an.

Eiweißhaltige Nahrungsmittel sind gut für den Muskelaufbau. Fisch, Fleisch, Eier, Käse und Milch sind als gute Eiweißlieferanten bekannt. Fettarmes Fleisch, zum Beispiel Geflügel, ist besser für eine ausgewogene Ernährung im Rahmen einer COPD-Behandlung geeignet als Fleisch und Wurst mit einem hohem Fettgehalt. Ein eiweißreicher Speiseplan ohne Fleisch ist mit Fisch, Hülsenfrüchten (Bohnen, Erbsen, Linsen), Milchprodukten (Joghurt, Quark) und Nüssen möglich.

Auch Patienten mit Untergewicht sollten nicht zu viele fetthaltige Lebensmittel essen, da für sie vor allem die Zunahme von Muskelmasse und nicht von Fettmasse wichtig ist. Bei Ölen ist auf mehrfach ungesättigte Fettsäuren, also gesunde Fette, zu achten. Diese sind unter anderem in Oliven- und Rapsöl enthalten. Besonders wichtig: Omega-3-Fettsäuren, die in fetten Fischen wie Makrele, Hering, Lachs und Forelle enthalten sind.

Wichtig sind auch Lebensmittel mit Antioxidantien. Diese Vitamine und Nährstoffe helfen, gefährliche Stoffe im Körper abzufangen und in ungefährliche Moleküle umzuwandeln. Solche Antioxidantien finden sich in Obst und Gemüse.3

Auch ein niedriger Phosphorspiegel kann Atembeschwerden verursachen, da dieser wichtig für den Sauerstoffaustausch ist. Phosphor liefern unter anderem Milchprodukte, mageres Fleisch, Fisch und Hülsenfrüchte.

Magnesium stabilisiert Entzündungsprozesse. Deshalb sind Magnesiumlieferanten wie Nüsse, Getreide, Karotten und Salat als Teil der Ernährung ratsam.

 

Quellen

1. Vogelmeier C et al.: S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD), 2018. S. 46 http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/020-006l_S2k_COPD_chronisch-obstruktive-Lungenerkrankung_2018-01.pdf. Zugriff am 15. Februar 2018.

2. Mensink GBM, Schienkiewitz A, Haftenberger M, Lampert T, Ziese T, Scheidt-Nave C: "Übergewicht und Adipositas in Deutschland", in: Bundesgesundheitsblatt, 2013, 56:786–794.

3. Chest. 2013 Jul; 144(1):266-273. doi: 10.1378/chest.12-2664.